BI – Grundlagen im Klartext
14. Februar 2020
Mit Opendata den eigenen Horizont erweitern
29. Juni 2020
 
Lesezeit: 6 Minuten

Mit der eigenen BI Lösung neue Datenperspektiven schaffen

Seit nun mehreren Wochen heisst es: Bleibt zuhause. Machen wir.

Allerdings ist das für uns nichts wirklich Neues. Wie viele andere Unternehmen auch, nutzen wir die Tools der modernen Technik und arbeiten im Homeoffice. Über die Integration von Office365 und der konsequenten Nutzung von Teams sind wir tagtäglich im Austausch und Kontakt. Untereinander und auch mit unseren Kunden. Das ist fast wie immer. Aber eben nur fast.

Alle sind im Krisenmodus. Da werden Entscheidungen vertagt, Budgets gestrichen, Aufträge storniert. Das ist die Schattenseite einer solchen massiven Krise wie wir sie gerade erleben.

Denn es werden auch Entscheidungen überdacht und neu bewertet, es werden neue Aufträge platziert, es werden neue Bugdet-Töpfe geschaffen, denn es tun sich vielerorts neue und bisher ungeahnte Chancen auf. Entscheidend ist die Tatsache, dass in Krisenzeiten Daten einen sehr hohen Stellenwert haben. Wer Daten hat, der hat auch eine Grundlage um vernünftige Entscheidungen zu treffen. Nichts ist schlimmer als gefühlte Wahrheiten in Krisenzeiten, denn die Stimmung ist ohnehin angespannt und sorgenvoll, da sollte es schon etwas Valideres sein.

BI Lösungen unterstützen in Krisenzeiten

Viele Unternehmen setzen intern auf BI-Lösungen um die eigenen Unternehmensdaten aufzubereiten und diese zentral zu analysieren. Viele Daten liegen jedoch außerhalb des gewohnten Horizonts und warten nur auf einen Abruf. Seien es Wetterdaten, Börsenwerte, Rohstoffpreise oder die Stoßzeiten bestimmter Locations, all das liegt oftmals frei verfügbar vor und muss nur abgerufen und als Erweiterung der eigenen Daten integriert werden. Unsere Empfehlung an dieser Stelle: Seien Sie opendataminded und entdecken Sie bisher ungeahnte Welten die Ihren Blick erweitern und neue Perspektiven schaffen können.

Weiter-, Um-, und Querdenken

In den Gesprächen mit Kunden, Partner und Interessenten tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf. Wir möchten im Nachfolgenden ein paar dieser Fragen aufgreifen und sie auch – natürlich rein subjektiv – beantworten. Wir wollen damit lediglich einen “Denkanstoss” geben und im besten Fall zu einem regen Austausch einladen.

Fragen und Antworten

Frage:
Hat sich die Nutzung von BI-Lösungen in den letzten Wochen verändert und wenn ja, wie sieht diese Veränderung aus?

Antwort:
Bei uns hat sich die Nutzung verändert. Wir haben in den letzten Wochen viel experimentiert und verschiedenste Datenquellen zu Covid-19 eingebunden. Wir haben viele Reports und Auswertungen gebaut, um für uns einen klareren Blick auf die Krise zu erhalten. Wir haben diese Daten mit unserem CRM verbunden, um zu untersuchen, inwieweit der Anstieg der Erkrankungen und der dann folgende Lockdown sich auf Anfragen auswirkt. Wir haben Suchbegriffe aus Google Trends in unsere Zahlen integriert, um zu untersuchen, welche Branchen sich mit welchen Themen beschäftigen und unsere Kommunikation hierauf abzustimmen.
Ja, die Nutzung hat sich verändert. Und wir gehen sogar noch weiter: Die Nutzung wird sich nachhaltig verändern, denn mit dem erweiterten Datenhorizont wird es möglich sein, aus dem bisherigen Erfahrungen der Krise zu lernen und so eine “Impfung und Immunisierung” des eigenen Unternehmens zu erreichen. Lernen durch Versuch und Irrtum.

Frage:
Lassen sich mit den Daten und Informationen Vorkehrungen für die Zukunft treffen?


Antwort:
Aufgrund der Erfahrungen die wir in diesen schwierigen Zeiten machen, gehen wir ganz sicher davon aus, dass sich mit den gewonnenen Daten und Informationen auch Vorkehrungen für die Zukunft treffen lassen. So kann das “Beobachten” von Meldungen aus dem Gesundheitsbereich frühzeitig eine mögliche Gefahrensituation erkennen lassen. Zunehmende Verwendung von Suchbegriffen und verstärkte Kommunikation zu bestimmten Themen in den sozialen Medien können ein Indikator für eine drohende Veränderung sein, die es verdient weiterverfolgt zu werden. Wir werden sensibler und aufmerksamer aus dieser Krise gehen und können mit den Erkenntnissen aus dieser Zeit besser auf Zukünftiges reagieren. Lernen aus Erfahrung.

TARGIT Data Discovery – Wenn es mal schnell gehen soll

Sobald eine Krise zuschlägt, ist Geschwindigkeit gefragt. Dann gilt es schnell neue Erkenntnisse zu gewinnen und zügig valide Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Wir wollen Ihnen hier einen kurzen Erlebnisbericht geben, wie wir dies mit TARGIT Data Discovery im Verlauf der Corona-Krise umgesetzt haben. Wir hoffen, dass das Mut macht. Mut sich mit den Möglichkeiten Ihrer BI-Lösung zu beschäftigen. Mut sich einer Krise daten- und faktengestützt entgegen zu stellen. Mut den eigenen Datenschatz mit externen Daten anzureichern und weitere wertvolle Erkenntnisse zu schaffen. Wir machen das sehr praxisnah und einfach, denn wir möchten Sie ermutigen es uns gleichzutun.

Thomas Veit, Geschäftsführer und BI Pionier, beschreibt im Nachfolgenden anhand anschaulicher Beispielanalysen kurz und knapp wie Sie externe Daten einbinden. Alles einfach, verständlich und rudimentär. Wir haben ein Ziel: Wir wollen Sie motivieren – seien Sie neugierig. Seien sie mutig. Seien sie kreativ. Und wenn Sie Hilfe brauchen, dann nehmen Sie gerne Kontakt auf. Wir sind für Sie da. Damit übergebe ich an meinem Boss und freue mich auf seine Ausführungen.

Praxiswissen im Klartext

Im Nachfolgenden zeigen wir ihnen , wie Sie schnell und einfach neue, externe Datenquellen anbinden und zeitnah für sich – und andere – neue Analysen erstellen.

Schritt für Schritt Anleitung

Wir möchten konkret am Beispiel der Covid-Daten der Johns Hopkins Universität (JHU) und des Roland-Koch-Instituts (RKI) zeigen, wie das funktioniert.

Datenquellen anlegen

Im ersten Schritt müssen dazu die Datenquellen identifiziert werden. Auf der Website der JHU mit einer Karte der Covid-19 Fälle (https://coronavirus.jhu.edu/map.html) konnte das Verzeichnis mit den täglichen Daten (csv-File) schnell gefunden werden. Klicken Sie hier um zu dieser Datei zu gelangen.
Diese Datenquelle wurde dann mit dem csv-Konnektor mit TARGIT Data Discovery (TDD) eingebunden:

Datenquelle in TDD anlegen und konfigurieren

Nach dem Speichern und dem automatisierten Anlegen der Datenquelle, sowie des Aktualisierungsauftrags, steht die Datenquelle zur Verfügung:

Datenansicht nach erfolgreichem Daten-Import

Wie zu erkennen ist, gibt es für jeden Tag eine neue Spalte mit den Fallzahlen. Um die Daten einfach auswerten zu können, ist es notwendig, diese Spalten zu „entpivotisieren“ und aus den Spaltenüberschriften ein korrektes Datumsformat zu erzeugen. Dazu wird ein entsprechendes „Format“ generiert:

Konfigurationsansicht zum Entpivotisieren

Zur Umwandlung des Datums werden die „_“ durch „/“ ersetzt und ein Datumsformat gewählt:

Damit ist die Bearbeitung der Datenquelle mit den bestätigten Covid-19 Fällen abgeschlossen. 

Die JHU bietet noch eine weitere Datenquelle mit den Fallzahlen der „Genesenen Covid-Fällen“ an, diese wurde für unser Beispiel analog übernommen. 

Im nächsten Schritt werden beiden Datenquellen als TDD Würfel zusammengeführt und die relevanten Schlüsselfelder verknüpft:

Konfiguration der Würfel und der Verbindungen der Schlüsselfelder

Auswertungen erstellen

Damit steht der Würfel „Corona je Land“ für den Aufbau der Analysen im TARGIT Client zur Verfügung:

Analyse-Ansicht mit Karten und Verlaufsdiagramm

Die Kennzahl „Aktive Fälle“ wird über die TARGIT-Berechnungen als Differenz der „Infizierten“ und der „Genesenen“ berechnet. Für die Zeitachse wird über die TARGIT Dynamische Periode der Zeitraum der letzten 10 Tage ausgewählt. 

Um eine detaillierte Darstellung der Entwicklung der Covid-19-Zahlen für Deutschland zu erstellen, werden die Daten des RKIs verwendet.

Die Quelle der Daten finden Sie hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Dazu wird folgende Datenquellen im TDD angelegt:

Auch hier muss ein Format für die Weiterverarbeitung angelegt werden:

Nach dem Anlegen des Würfels steht auch diese Datenquelle zur Analyse zur Verfügung:

Analyse-Ansicht nach erfolgreicher Datenintegration

Für die Darstellung der Deutschland-Karte mit den Bundesländern wurde eine Vektorgrafik-Datei (.svg) benutzt, die rechtefrei ist. Die Zuordnung der einzelnen Bundesländer zur Karte erfolgt über den Menüpunkt „Diagramm-Eigenschaften“, „Orte bearbeiten“ und “automatische Zuordnung“.

Viel Spaß beim Nachbauen der Analysen!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen bei Schwierigkeiten gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wir freuen uns, wenn Sie Kontakt zu uns aufnehmen.

Die Autoren

 
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